Großes Interesse an neuer Schule im Kölner Süden

Netzwerk Inklusive Schule Köln e.V. lud zu Informationsabend

Mehr als 100 Eltern, Lehrer und andere Interessierte kamen am 29. November ins Familienzentrum von Miteinander Leben in Köln-Sürth, um sich über die „Offene Schule Köln“ zu informieren. Die neue Schule soll zum Schuljahr 2012/13 eröffnet werden. Die Einrichtung werde die Bildungslandschaft im Kölner Süden sehr bereichern, sagte Christina Roth, Vorstandsmitglied im Netzwerk Inklusive Schule Köln e.V. bei der Begrüßung. Im Stadtbezirk Rodenkirchen bestehe eine hohe Nachfrage nach Schulplätzen, immer wieder müssten Kinder abgewiesen werden. Vorgesehen sei, mit 100 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 8 zu beginnen. Später sollten die Jahrgangsstufen 9 und 10 „hinzuwachsen“. Und mittelfristig sei auch die Erweiterung um eine Oberstufe geplant. Dann solle die Schule 300 Kinder in der Sekundarstufe 1 und 100 in der Sekundarstufe 2 Platz zum Lernen bieten. Damit, so Roth, könne die Offene Schule Köln wohnortnah die anderen weiterführenden Schulen im Stadtbezirk Rodenkirchen entlasten. Sie erfülle außerdem den Wunsch vieler Eltern nach längerem Gemeinsamen Unterricht und Wahlmöglichkeit für jedes Kind.

Hans Flinkerbusch, hauptamtlich Leiter der Abendrealschule Bonn, erläuterte den Ansatz der inklusiven Pädagogik, der dem Schulkonzept zugrunde liegt. Unabhängig von ihrer sozialen und kulturellen Herkunft sowie ihren körperlichen und geistigen Voraussetzungen sollten die Kinder und Jugendlichen in ihren Fähigkeiten individuell gefördert werden. Sie sollten „die eigenen Stärken entdecken und selbstständiges Lernen in größtmöglicher Freiheit einüben“. Dazu seien altersgemischte Lerngruppen von 25 Schülerinnen und Schülern vorgesehen, die im gebundenen Ganztag lernen.

„Welche Abschlüsse sind möglich?“ „Wie werden Leistungen beurteilt?“ „Welche Fremdsprachen kann mein Kind lernen?“ „Gibt es Kooperationen mit anderen Schulen?“ Das innovative Konzept warf manche Fragen auf, die von den Veranstaltern ausführlich beantwortet wurden. Eine Mutter sprach wohl vielen Teilnehmern des Abends aus dem Herzen: „Auf so eine Schule warten wir seit langem!“

Andreas Reimann, Vorsitzender des Netzwerk-Vorstands, stellte den aktuellen Stand des Genehmigungsverfahrens für die Offene Schule Köln vor. Mit dem Verwalter einer Liegenschaft in Rodenkirchen stehe man „in guten Verhandlungen“ über die Anmietung der erforderlichen Räumlichkeiten. Auch wenn die Finanzierung des Projekts noch nicht endgültig stehe, sei er zuversichtlich, in den nächsten Wochen zu einer Lösung zu kommen. Tragen solle sich die Schule aus einer Mischung von öffentlichen und privaten Geldern. Dabei machte Reimann aber deutlich: „Wir verlangen kein Schulgeld – denn das würde manchen ausschließen, unsere Schule zu besuchen.“ Allerdings werde die Offene Schule Köln nicht existieren können, wenn Eltern nicht bereit seien, freiwillige Spenden zu entrichten. Eltern mit höherem Einkommen seien gefordert, ihren Möglichkeiten entsprechend mehr zu geben. „Damit tragen sie dazu bei, dass ihr Kind in einer Schule leben und lernen kann, die tatsächlich für Menschen aller sozialen Schichten offen ist“, so Reimann. Mit Blick auf die noch offenen Fragen empfahl er den interessierten Eltern, ihr Kind auch an einer anderen weiterführenden Schule anzumelden.

Für den 31. Januar lädt das Netzwerk zu einem zweiten Informationsabend. Denn das Interesse an mehr Schulplätzen und einem „anderen“ Schulkonzept im Kölner Süden scheint groß zu sein.